Definition von Sport

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen müssen wir uns zu erst mit dem Begriff „Sport“ auseinandersetzten. Viele Diskussionen über eSport gelangen bei dieser Aufgabe bereits an eine unüberwindbare Hürde und scheitern kläglich. Den Sport besitzt keine in Stein gemeißelte Definition, ganz im Gegenteil. Es ist ein Weltweit benutzter umgangssprachlicher Begriff, der von Nation zu Nation unterschiedliche Ausmaße annimmt.

Zwei Ansichten

Es gibt viele bestehende Sichtweisen, wie man eSport einkategorisieren sollte. Mit den zwei wichtigsten wir uns Auseinander. Mit der:

  • pragmatischen Definition des Sports (Sicht z.B. des DOSB)
  • moralisch-ökonomischen Definition (Sicht des Staates bzw. der Finanzbehörde).

Pragmatische Definition

Der pragmatische Ansatz befasst sich damit, ob etablierte und relevante Organisationen, Gremien oder Instanzen den eSport unter ihrer Definition von Sport als Sportart ansehen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) erkennt eSport derweilen nicht als Sportart an. Begründet wird dies durch das Fehlen „einer bestimmten, motorischen Bewegung“ und „fehlenden Strukturen“.

Fehlende Strukturen

Obgleich sich die Mausbewegungen und Tastaturanschläge als „bestimmte motorische Bewegung“ definieren lassen, mangelt es dem eSport trotzdem an klaren Strukturen. Sobald diese vollständig definiert sind erklärt sich der DOSB bereit, eSport einer zweiten Prüfung zu unterziehen.

Moralisch-Ökonomische Definition

Der moralisch-ökonomische Ansatz ist eine weitere Hürde zur Anerkennung von eSport als Sport durch die DOSB. Denn in Deutschland gilt die Förderung des Sports als gemeinnützig. Doch was als Gemeinnützig gilt und somit Förderbedürftig ist, entscheidet die Finanzbehörde.

Die Gesetzlage

Nur Sportarten die von Ihr anerkannt werden, erhalten vom DOSB Förderung.  Die Definition, nach welcher die Finanzbehörde Sport definiert umfasst nach § 52 Abs. 2 Nr. 2 S. 1 der Abgabenordnung unter anderem folgendes:

„[…] eine körperliche, über das ansonsten übliche Maß hinausgehende Aktivität, die durch äußerlich zu beobachtende Anstrengungen oder durch die einem persönlichen Können zurechenbare Kunstbewegung gezeichnet ist“

Fehlende Gemeinnützigkeit

Nach dieser Definition könnte man zwar die feinmotorischen Bewegungen beim eSport als Kunstbewegung verkaufen. Jedoch mangelt es an der kritischen Auseinandersetzung mit der Frage, ob die Gründung eines eSport-Vereins die Allgemeinheit selbstlos fördert und somit als gemeinnützig gilt. Auch hier müssen klarere Strukturen und Richtlinien erfasst werden und vom DOSB geprüft werden.

Medizinischer Ansatz

Betrachtet man eSport unter dem medizinischen Aspekt und stellt man fest, dass unter bestimmten physiologischen Aspekten der Körper genauso belastet wird wie bei einer herkömmlichen Sportart. Vergleicht man z.B die Herzfrequenz pro Minute mit anderen Sportarten wird man feststellen, dass sich eSport-Athleten in den Spitzenbereich der Sportarten einpendelt.

Siehe Grafik

Quelle: Prof. Dr. Foböse

Mit einer HF von bis zu 180 Schlägen pro Minute, erhöhten Cortison-Werten und mehreren Hundert Bewegungen pro Minute wird der Körper einer Stressbelastung ausgesetzt, die auf einer Ebene mit mit anerkannten Sportarten verweilt.